Förderung··9 Min. Lesezeit·Aktualisiert am 25. Mai 2026

Einspeisevergütung 2026 — So viel bekommst du für deinen Solarstrom

Die Einspeisevergütung ist 2026 weiter gesunken — aber immer noch 20 Jahre garantierter Sockel-Ertrag. Alle aktuellen Sätze, Teil- vs. Volleinspeise-Strategie und warum sich Inbetriebnahme noch dieses Jahr lohnt.

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Einspeisevergütung 2026 — So viel bekommst du für deinen Solarstrom

Wer eine neue Photovoltaik-Anlage in Betrieb nimmt, bekommt 20 Jahre lang eine **gesetzlich garantierte Einspeisevergütung** für jede Kilowattstunde, die ins Stromnetz fließt. Die Sätze sinken halbjährlich (sogenannte Degression) — wer 2026 ans Netz geht, sichert sich also die aktuellen Konditionen für die kompletten 20 Jahre. Hier der vollständige Überblick mit allen Sätzen, Strategien und Steuer-Hinweisen für 2026.

Definition
Einspeisevergütung

Gesetzlich festgelegter Vergütungssatz pro Kilowattstunde Solarstrom, die ins öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Geregelt im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Der Satz wird zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme festgelegt und gilt für 20 Jahre — unabhängig von späteren Änderungen.

Aktuelle Sätze 2026 — Alle Größen im Überblick

Das EEG unterscheidet zwischen Teil- und Volleinspeisung. Bei der Teileinspeisung verbrauchst du einen Teil des Solarstroms selbst und speist nur den Überschuss ins Netz ein. Bei der Volleinspeisung gibt die komplette Anlage ihren Strom ans Netz ab — du nutzt nichts selbst. Die Volleinspeisung wird höher vergütet, weil du im Gegenzug auf Eigenverbrauch verzichtest.

AnlagengrößeTeileinspeisungVolleinspeisung
bis 10 kWp7,78 ct/kWh12,33 ct/kWh
10 – 40 kWp6,74 ct/kWh10,34 ct/kWh
40 – 100 kWp5,48 ct/kWh10,34 ct/kWh
100 – 400 kWp5,48 ct/kWh8,72 ct/kWh (nur Ausschreibung)
EEG-Vergütungssätze für PV-Anlagen 2026 (Stand: 25.05.2026). Quelle: Bundesnetzagentur.

Wichtig: Diese Sätze sind **20 Jahre garantiert ab Inbetriebnahme**. Was du 2026 bekommst, bekommst du bis 2046 — auch wenn die Sätze 2027 oder 2030 deutlich tiefer liegen.

Misch-Modell möglich
Bei Anlagen größer als 7 kWp kannst du die Anlage in zwei Teile splitten: ein Teil bekommt Volleinspeise-Vergütung, der andere Teileinspeise. Damit maximierst du sowohl Vergütung als auch Eigenverbrauch. Wir beraten zu dieser Möglichkeit bei jedem Auftrag ab 8 kWp.

Teil- oder Volleinspeisung — Was lohnt mehr?

Für die meisten Privathaushalte ist Teileinspeisung die wirtschaftlichere Wahl. Die Logik dahinter ist simpel: Eigenverbrauch spart 32 ct/kWh Strompreis. Vergütung gibt 7,78 ct/kWh. Differenz: 24,22 ct/kWh. Du verlierst also fast 25 ct pro kWh, wenn du den Strom nicht selbst nutzt.

EigenverbrauchsquoteErtrag mit TeileinspeisungErtrag mit Volleinspeisung
10 %1.480 €/Jahr1.170 €/Jahr
30 %1.690 €/Jahr1.170 €/Jahr
50 %1.900 €/Jahr1.170 €/Jahr
70 %2.110 €/Jahr1.170 €/Jahr
90 %2.320 €/Jahr1.170 €/Jahr
Jahres-Ertrag einer 10-kWp-Anlage (9.500 kWh/Jahr) bei verschiedenen Eigenverbrauchsquoten. Strompreis 32 ct/kWh, Teileinspeisung 7,78 ct, Volleinspeisung 12,33 ct.

Bereits bei einer Eigenverbrauchsquote über 30 % schlägt Teileinspeisung die Volleinspeisung deutlich. Da praktisch jeder Haushalt mindestens 25 – 30 % Eigenverbrauch erreicht (auch ohne Speicher), ist Volleinspeisung nur in zwei Szenarien sinnvoll:

  • Ferienhaus mit minimaler Nutzung (Eigenverbrauch < 10 %)
  • Gewerbeobjekt mit reiner PV-Investitionsstrategie (keine eigene Stromnutzung)

Steuerliche Behandlung 2026

Seit dem Jahressteuergesetz 2022 (in Kraft seit 1.1.2023) sind PV-Anlagen für Privathaushalte massiv steuerlich begünstigt. Drei Hebel solltest du kennen:

Ertragsteuerfreiheit

Anlagen bis 30 kWp auf Einfamilien- und Zweifamilienhäusern (oder bis 15 kWp je Wohneinheit bei MFH, max. 100 kWp pro Steuerpflichtigem) sind ertragssteuerfrei. Die Einspeisevergütung musst du nicht in der Einkommensteuererklärung angeben.

0 % Mehrwertsteuer

Privatkunden zahlen seit 2023 keine MwSt auf PV, Speicher, Wechselrichter. Bei 22.000-€-Anlage = 4.180 € direkter Preisvorteil.

Keine Anzeigepflicht beim Finanzamt

Für Anlagen unter den Größengrenzen entfällt sogar die Anzeige beim Finanzamt. Keine Anlage EÜR, keine Umsatzsteuer-Voranmeldung, kein 'Liebhaberei'-Beweis.

Achtung bei größeren Anlagen
Sobald du über die 30-kWp-Grenze gehst oder ein Gewerbe-Setup hast, gelten andere Regeln. Die Einspeisevergütung wird dann teilweise steuerpflichtig. In dem Fall: vor der Investition Steuerberater fragen, sonst wird's komplex.

Wann fließt das Geld?

Der Netzbetreiber überweist die Vergütung typisch monatlich oder quartalsweise auf das hinterlegte Konto. Der Ablauf:

  1. **Anmeldung der Anlage** beim Netzbetreiber durch uns (bei Bauauftrag automatisch enthalten)
  2. **Inbetriebnahme** durch zertifizierten Elektrofachbetrieb
  3. **Marktstammdaten-Register-Eintrag** innerhalb von 1 Monat (Pflicht!)
  4. **Zählerwechsel** durch Netzbetreiber (typisch 2 – 4 Wochen nach Inbetriebnahme)
  5. **Erste Abrechnung** typisch 2 – 4 Monate nach Zählerwechsel
  6. **Ab dann monatlich/quartalsweise** Auszahlung — automatisch
Pflicht: Marktstammdaten-Register
Jede PV-Anlage muss innerhalb von 1 Monat nach Inbetriebnahme im Marktstammdaten-Register (MaStR) der Bundesnetzagentur eingetragen werden. Verspätung führt zur Sperrung der Einspeisevergütung — wir übernehmen die Eintragung im Servicepaket.

Degression — Warum sich Eile lohnt

Die Einspeisevergütung sinkt **halbjährlich** automatisch (sogenannte Degression im EEG). Aktueller Stand:

Zeitraum InbetriebnahmeTeileinspeisung bis 10 kWpVeränderung
H1 20248,11 ct/kWh
H2 20248,03 ct/kWh−1 %
H1 20257,95 ct/kWh−1 %
H2 20257,86 ct/kWh−1,1 %
H1 2026 (aktuell)7,78 ct/kWh−1 %
H2 2026 (erwartet)7,69 ct/kWh−1,1 %
2027 (Prognose)7,40 – 7,60 ct/kWh−2,4 bis −3 %
Degression der EEG-Einspeisevergütung. Quelle: Bundesnetzagentur + EEG-Wirkungsanalyse.

Über 20 Jahre summiert sich der Unterschied. Eine 10-kWp-Anlage mit 30 % Einspeisung verdient bei 7,78 ct/kWh über 20 Jahre 4.434 €. Bei 7,40 ct/kWh nur noch 4.218 € — ein Unterschied von 216 €. Bei größeren Anlagen oder höheren Einspeisequoten kann die Differenz schnell 500 – 800 € erreichen.

Wer 2027 ans Netz geht statt 2026, verschenkt nicht nur Einspeisevergütung über 20 Jahre — er verliert auch das gesamte Jahr 2026 an Eigenverbrauchs-Ersparnis. Das macht in Summe oft 2.000 – 3.000 €.Bernd Linder, Elektromeister bei LB-Solartec

Was passiert mit alten Anlagen nach 20 Jahren?

Wer 2006 eine Anlage in Betrieb genommen hat, bekommt seit 2026 keine Einspeisevergütung mehr (die berühmten 'Ü20-Anlagen'). Stattdessen gibt es drei Optionen:

  1. **Weiterhin ins Netz speisen** zum aktuellen Marktwert (typ. 6 – 8 ct/kWh)
  2. **Re-Powering** — alte Module gegen moderne tauschen, neue 20-Jahres-EEG starten
  3. **Eigenverbrauch maximieren** — Speicher nachrüsten, Wallbox kombinieren

Für die meisten Ü20-Besitzer ist die Eigenverbrauchs-Optimierung der wirtschaftlich beste Weg. Wir beraten zu diesen Setups regelmäßig — Re-Powering lohnt sich meist nur bei sehr großen Anlagen.

Solarstrom direkt verkaufen — Alternative zur Einspeisevergütung?

Seit 2024 gibt es die Möglichkeit, Solarstrom über dynamische Tarife direkt zu vermarkten (z. B. über Tibber, Awattar Hourly, Octopus). Die Idee: Statt fester 7,78 ct/kWh bekommst du den aktuellen Spot-Preis — manchmal 20+ ct/kWh in Knappheitszeiten, manchmal aber auch nahe Null bei Sonnen-Hochleistung.

Pro
  • +Direktvermarktung: Höhere Erlöse bei Knappheit
  • +Direktvermarktung: Anreiz für smarten Speicher-Einsatz
  • +Direktvermarktung: Flexibilität bei Marktveränderungen
Contra
  • Direktvermarktung: Erfordert Smart-Meter (kostet)
  • Direktvermarktung: Spot-Preise oft unter EEG-Garantie
  • Direktvermarktung: Kein 20-Jahres-Schutz
  • Direktvermarktung: Verwaltungsaufwand höher
Unsere Empfehlung
Für Privatkunden 2026: bleibe bei der Einspeisevergütung. Die Direktvermarktung lohnt sich erst ab Anlagen >25 kWp und bei aktivem Lastmanagement. Der bürokratische Mehraufwand frisst die Mehrerlöse meist auf.

Fazit — Einspeisevergütung 2026 strategisch nutzen

Die Einspeisevergütung ist 2026 nicht mehr das Haupt-Argument für PV — das ist klar der Eigenverbrauch. Aber sie ist ein solider Sockel-Ertrag von 4.000 – 6.000 € über 20 Jahre, der die Wirtschaftlichkeit jeder Anlage stabilisiert.

Wichtigste strategische Entscheidung: **Teileinspeisung nehmen, sofern du nicht in einem extremen Spezialfall lebst**. Und: noch 2026 ans Netz gehen, um die aktuellen Sätze für die kommenden 20 Jahre zu sichern. Jede Verzögerung kostet bares Geld — und der Termin bei Meisterbetrieben wird gegen Jahresende eng.

Häufige Fragen zur Einspeisevergütung 2026

Wie hoch ist die Einspeisevergütung 2026?+
Aktuelle Sätze H1 2026: Teileinspeisung bis 10 kWp = 7,78 ct/kWh, Volleinspeisung bis 10 kWp = 12,33 ct/kWh. Anlagen 10–40 kWp: Teil 6,74 ct, Voll 10,34 ct. Die Sätze sind 20 Jahre ab Inbetriebnahme garantiert.
Wie lange gilt die Einspeisevergütung?+
20 Jahre ab dem Tag der Inbetriebnahme. Wenn du 2026 startest, bekommst du die aktuellen Sätze bis 2046 — egal welche EEG-Reformen kommen.
Was bringt mehr — Teil- oder Volleinspeisung?+
Für 99 % der Haushalte: Teileinspeisung. Eigenverbrauch spart 32 ct/kWh Strompreis, Volleinspeise-Vergütung bringt nur 12,33 ct. Differenz: 20 ct pro kWh. Volleinspeise lohnt nur bei Ferienhaus oder reinem Investmentobjekt.
Muss ich die Einspeisevergütung versteuern?+
Nein, für Privathaushalte mit Anlagen bis 30 kWp seit 2023 nicht mehr. Keine Anlage EÜR, keine Einkommensteuer-Pflicht. Bei größeren Anlagen oder Gewerbe: Steuerberater fragen.
Wer zahlt die Einspeisevergütung?+
Der lokale Netzbetreiber (Westnetz, Süwag, SWB, EVL etc.) zahlt monatlich oder quartalsweise direkt auf dein Konto. Der Strom-Ankaufspreis fließt über die EEG-Umlage in der Stromrechnung aller Verbraucher.
Sinkt die Vergütung jährlich?+
Ja, halbjährlich um etwa 1 – 1,5 %. Ab 2027 wird mit stärkerer Degression gerechnet (2 – 3 %), wenn die PV-Ausbau-Ziele überschritten werden. Wer noch 2026 ans Netz geht, sichert sich die aktuellen Konditionen.
Was sind Ü20-Anlagen?+
PV-Anlagen, die über 20 Jahre alt sind und keine EEG-Vergütung mehr bekommen. Sie können trotzdem weiter ins Netz einspeisen (Marktwert 6 – 8 ct/kWh) oder durch Re-Powering modernisiert werden für einen neuen 20-Jahres-EEG-Vertrag.
Lohnt sich Direktvermarktung über Tibber & Co.?+
Für Privatanlagen unter 25 kWp 2026 selten. Der bürokratische Mehraufwand und das Risiko niedriger Spot-Preise bei viel Sonne überwiegen meist. Erst bei aktivem Lastmanagement + Speicher + großer Anlage wird's interessant.
Tags
#einspeiseverguetung#eeg-2026#teileinspeisung#volleinspeisung#degression#solarstrom-verkaufen

Quellen & weiterführende Links

  1. EEG-Vergütungssätze für PV-Anlagen 2026Bundesnetzagentur
  2. Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) im VolltextBundesministerium der Justiz
  3. Marktstammdaten-Register (MaStR)Bundesnetzagentur
  4. Jahressteuergesetz 2022 — PV-SteuerbefreiungBundesministerium der Finanzen
  5. BSW-Solar — Marktreport 2025/2026Bundesverband Solarwirtschaft e.V.
  6. Photovoltaik-Markt-Monitoring DeutschlandFraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme
LB-Solartec Meister-Team
LB-Solartec Meister-Team
Photovoltaik-Meisterbetrieb · Siegburg

Seit 2014 melden wir PV-Anlagen beim Netzbetreiber an. Über 1.200 erfolgreich abgewickelte EEG-Anmeldungen — wir kennen jeden Antragsweg im Rhein-Sieg-Kreis, Bonn, Köln und Umgebung.

Fachlich geprüft von Bernd Linder, Elektromeister (verantwortlich für Netzbetreiber-Anmeldungen)
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