Einspeisevergütung 2026 — So viel bekommst du für deinen Solarstrom
Die Einspeisevergütung ist 2026 weiter gesunken — aber immer noch 20 Jahre garantierter Sockel-Ertrag. Alle aktuellen Sätze, Teil- vs. Volleinspeise-Strategie und warum sich Inbetriebnahme noch dieses Jahr lohnt.

Wer eine neue Photovoltaik-Anlage in Betrieb nimmt, bekommt 20 Jahre lang eine **gesetzlich garantierte Einspeisevergütung** für jede Kilowattstunde, die ins Stromnetz fließt. Die Sätze sinken halbjährlich (sogenannte Degression) — wer 2026 ans Netz geht, sichert sich also die aktuellen Konditionen für die kompletten 20 Jahre. Hier der vollständige Überblick mit allen Sätzen, Strategien und Steuer-Hinweisen für 2026.
Gesetzlich festgelegter Vergütungssatz pro Kilowattstunde Solarstrom, die ins öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Geregelt im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Der Satz wird zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme festgelegt und gilt für 20 Jahre — unabhängig von späteren Änderungen.
Aktuelle Sätze 2026 — Alle Größen im Überblick
Das EEG unterscheidet zwischen Teil- und Volleinspeisung. Bei der Teileinspeisung verbrauchst du einen Teil des Solarstroms selbst und speist nur den Überschuss ins Netz ein. Bei der Volleinspeisung gibt die komplette Anlage ihren Strom ans Netz ab — du nutzt nichts selbst. Die Volleinspeisung wird höher vergütet, weil du im Gegenzug auf Eigenverbrauch verzichtest.
| Anlagengröße | Teileinspeisung | Volleinspeisung |
|---|---|---|
| bis 10 kWp | 7,78 ct/kWh | 12,33 ct/kWh |
| 10 – 40 kWp | 6,74 ct/kWh | 10,34 ct/kWh |
| 40 – 100 kWp | 5,48 ct/kWh | 10,34 ct/kWh |
| 100 – 400 kWp | 5,48 ct/kWh | 8,72 ct/kWh (nur Ausschreibung) |
Wichtig: Diese Sätze sind **20 Jahre garantiert ab Inbetriebnahme**. Was du 2026 bekommst, bekommst du bis 2046 — auch wenn die Sätze 2027 oder 2030 deutlich tiefer liegen.
Teil- oder Volleinspeisung — Was lohnt mehr?
Für die meisten Privathaushalte ist Teileinspeisung die wirtschaftlichere Wahl. Die Logik dahinter ist simpel: Eigenverbrauch spart 32 ct/kWh Strompreis. Vergütung gibt 7,78 ct/kWh. Differenz: 24,22 ct/kWh. Du verlierst also fast 25 ct pro kWh, wenn du den Strom nicht selbst nutzt.
| Eigenverbrauchsquote | Ertrag mit Teileinspeisung | Ertrag mit Volleinspeisung |
|---|---|---|
| 10 % | 1.480 €/Jahr | 1.170 €/Jahr |
| 30 % | 1.690 €/Jahr | 1.170 €/Jahr |
| 50 % | 1.900 €/Jahr | 1.170 €/Jahr |
| 70 % | 2.110 €/Jahr | 1.170 €/Jahr |
| 90 % | 2.320 €/Jahr | 1.170 €/Jahr |
Bereits bei einer Eigenverbrauchsquote über 30 % schlägt Teileinspeisung die Volleinspeisung deutlich. Da praktisch jeder Haushalt mindestens 25 – 30 % Eigenverbrauch erreicht (auch ohne Speicher), ist Volleinspeisung nur in zwei Szenarien sinnvoll:
- Ferienhaus mit minimaler Nutzung (Eigenverbrauch < 10 %)
- Gewerbeobjekt mit reiner PV-Investitionsstrategie (keine eigene Stromnutzung)
Steuerliche Behandlung 2026
Seit dem Jahressteuergesetz 2022 (in Kraft seit 1.1.2023) sind PV-Anlagen für Privathaushalte massiv steuerlich begünstigt. Drei Hebel solltest du kennen:
Ertragsteuerfreiheit
Anlagen bis 30 kWp auf Einfamilien- und Zweifamilienhäusern (oder bis 15 kWp je Wohneinheit bei MFH, max. 100 kWp pro Steuerpflichtigem) sind ertragssteuerfrei. Die Einspeisevergütung musst du nicht in der Einkommensteuererklärung angeben.
0 % Mehrwertsteuer
Privatkunden zahlen seit 2023 keine MwSt auf PV, Speicher, Wechselrichter. Bei 22.000-€-Anlage = 4.180 € direkter Preisvorteil.
Keine Anzeigepflicht beim Finanzamt
Für Anlagen unter den Größengrenzen entfällt sogar die Anzeige beim Finanzamt. Keine Anlage EÜR, keine Umsatzsteuer-Voranmeldung, kein 'Liebhaberei'-Beweis.
Wann fließt das Geld?
Der Netzbetreiber überweist die Vergütung typisch monatlich oder quartalsweise auf das hinterlegte Konto. Der Ablauf:
- **Anmeldung der Anlage** beim Netzbetreiber durch uns (bei Bauauftrag automatisch enthalten)
- **Inbetriebnahme** durch zertifizierten Elektrofachbetrieb
- **Marktstammdaten-Register-Eintrag** innerhalb von 1 Monat (Pflicht!)
- **Zählerwechsel** durch Netzbetreiber (typisch 2 – 4 Wochen nach Inbetriebnahme)
- **Erste Abrechnung** typisch 2 – 4 Monate nach Zählerwechsel
- **Ab dann monatlich/quartalsweise** Auszahlung — automatisch
Degression — Warum sich Eile lohnt
Die Einspeisevergütung sinkt **halbjährlich** automatisch (sogenannte Degression im EEG). Aktueller Stand:
| Zeitraum Inbetriebnahme | Teileinspeisung bis 10 kWp | Veränderung |
|---|---|---|
| H1 2024 | 8,11 ct/kWh | — |
| H2 2024 | 8,03 ct/kWh | −1 % |
| H1 2025 | 7,95 ct/kWh | −1 % |
| H2 2025 | 7,86 ct/kWh | −1,1 % |
| H1 2026 (aktuell) | 7,78 ct/kWh | −1 % |
| H2 2026 (erwartet) | 7,69 ct/kWh | −1,1 % |
| 2027 (Prognose) | 7,40 – 7,60 ct/kWh | −2,4 bis −3 % |
Über 20 Jahre summiert sich der Unterschied. Eine 10-kWp-Anlage mit 30 % Einspeisung verdient bei 7,78 ct/kWh über 20 Jahre 4.434 €. Bei 7,40 ct/kWh nur noch 4.218 € — ein Unterschied von 216 €. Bei größeren Anlagen oder höheren Einspeisequoten kann die Differenz schnell 500 – 800 € erreichen.
Wer 2027 ans Netz geht statt 2026, verschenkt nicht nur Einspeisevergütung über 20 Jahre — er verliert auch das gesamte Jahr 2026 an Eigenverbrauchs-Ersparnis. Das macht in Summe oft 2.000 – 3.000 €.— Bernd Linder, Elektromeister bei LB-Solartec
Was passiert mit alten Anlagen nach 20 Jahren?
Wer 2006 eine Anlage in Betrieb genommen hat, bekommt seit 2026 keine Einspeisevergütung mehr (die berühmten 'Ü20-Anlagen'). Stattdessen gibt es drei Optionen:
- **Weiterhin ins Netz speisen** zum aktuellen Marktwert (typ. 6 – 8 ct/kWh)
- **Re-Powering** — alte Module gegen moderne tauschen, neue 20-Jahres-EEG starten
- **Eigenverbrauch maximieren** — Speicher nachrüsten, Wallbox kombinieren
Für die meisten Ü20-Besitzer ist die Eigenverbrauchs-Optimierung der wirtschaftlich beste Weg. Wir beraten zu diesen Setups regelmäßig — Re-Powering lohnt sich meist nur bei sehr großen Anlagen.
Solarstrom direkt verkaufen — Alternative zur Einspeisevergütung?
Seit 2024 gibt es die Möglichkeit, Solarstrom über dynamische Tarife direkt zu vermarkten (z. B. über Tibber, Awattar Hourly, Octopus). Die Idee: Statt fester 7,78 ct/kWh bekommst du den aktuellen Spot-Preis — manchmal 20+ ct/kWh in Knappheitszeiten, manchmal aber auch nahe Null bei Sonnen-Hochleistung.
- +Direktvermarktung: Höhere Erlöse bei Knappheit
- +Direktvermarktung: Anreiz für smarten Speicher-Einsatz
- +Direktvermarktung: Flexibilität bei Marktveränderungen
- −Direktvermarktung: Erfordert Smart-Meter (kostet)
- −Direktvermarktung: Spot-Preise oft unter EEG-Garantie
- −Direktvermarktung: Kein 20-Jahres-Schutz
- −Direktvermarktung: Verwaltungsaufwand höher
Fazit — Einspeisevergütung 2026 strategisch nutzen
Die Einspeisevergütung ist 2026 nicht mehr das Haupt-Argument für PV — das ist klar der Eigenverbrauch. Aber sie ist ein solider Sockel-Ertrag von 4.000 – 6.000 € über 20 Jahre, der die Wirtschaftlichkeit jeder Anlage stabilisiert.
Wichtigste strategische Entscheidung: **Teileinspeisung nehmen, sofern du nicht in einem extremen Spezialfall lebst**. Und: noch 2026 ans Netz gehen, um die aktuellen Sätze für die kommenden 20 Jahre zu sichern. Jede Verzögerung kostet bares Geld — und der Termin bei Meisterbetrieben wird gegen Jahresende eng.
Häufige Fragen zur Einspeisevergütung 2026
Wie hoch ist die Einspeisevergütung 2026?+
Wie lange gilt die Einspeisevergütung?+
Was bringt mehr — Teil- oder Volleinspeisung?+
Muss ich die Einspeisevergütung versteuern?+
Wer zahlt die Einspeisevergütung?+
Sinkt die Vergütung jährlich?+
Was sind Ü20-Anlagen?+
Lohnt sich Direktvermarktung über Tibber & Co.?+
Quellen & weiterführende Links
- EEG-Vergütungssätze für PV-Anlagen 2026 — Bundesnetzagentur
- Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) im Volltext — Bundesministerium der Justiz
- Marktstammdaten-Register (MaStR) — Bundesnetzagentur
- Jahressteuergesetz 2022 — PV-Steuerbefreiung — Bundesministerium der Finanzen
- BSW-Solar — Marktreport 2025/2026 — Bundesverband Solarwirtschaft e.V.
- Photovoltaik-Markt-Monitoring Deutschland — Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme

Seit 2014 melden wir PV-Anlagen beim Netzbetreiber an. Über 1.200 erfolgreich abgewickelte EEG-Anmeldungen — wir kennen jeden Antragsweg im Rhein-Sieg-Kreis, Bonn, Köln und Umgebung.